Wenn in Nextcloud neue Benutzerkonten erstellt werden, erhalten diese automatisch eine erste Ordnerstruktur. Diese Struktur enthält standardmäßig typische Ordner wie Dokumente oder Fotos. Sie dient als Ausgangspunkt, damit neue Benutzer sofort arbeiten können, ohne selbst Ordner anlegen zu müssen.
Der Mechanismus, der dafür sorgt, dass diese Ordner automatisch angelegt werden, wird in Nextcloud als Skeleton-Ordner bezeichnet. Er definiert, welche Ordner jeder neue Benutzer beim ersten Login erhält.
Die Standard-Skeleton-Funktion ist systemseitig implementiert und kann nur eingeschränkt verändert werden. Sie ist auf die Sprache der Nextcloud-Installation abgestimmt, sodass Ordnernamen automatisch in der Systemsprache erstellt werden.
In vielen Organisationen besteht jedoch der Wunsch, diese Standardordner individuell anzupassen, um projekt- oder abteilungsbezogene Ordner direkt verfügbar zu machen. Dafür wird häufig ein Vorlagenbenutzer (Skeleton-Benutzer) eingesetzt, der als flexible Vorlage für neue Benutzerkonten dient.
Konzept: Individuelle Anpassung der Standard-Ordnerstruktur
In der Praxis gibt es Anforderungen, die über diese Standardfunktion hinausgehen. Häufig sollen neue Benutzer direkt eine individuell definierte Ordnerstruktur erhalten, unabhängig von der Systemsprache oder der Standardkonfiguration.
Dafür wird in vielen Umgebungen ein Vorlagenbenutzer (Skeleton-Benutzer) verwendet.
Was ist ein Skeleton-Benutzer?
Ein Skeleton-Benutzer ist ein normaler Nextcloud-Benutzeraccount, dessen persönliches Verzeichnis als Vorlage für neue Benutzerkonten dient.
Das Grundprinzip:
- Die Ordnerstruktur dieses Benutzerkontos wird als Vorlage verwendet
- Neue Benutzer übernehmen diese Struktur automatisch beim ersten Login
- Dadurch lässt sich die Standard-Ordnerstruktur flexibel definieren und anpassen
Synonyme und verwandte Begriffe:
- Vorlagenbenutzer
- Template-User
- Benutzer-Template
- Benutzer-Blueprint für Ordnerstrukturen
Dieses Verfahren ist keine feste Standardfunktion von Nextcloud, sondern eine häufig eingesetzte technische Lösung zur Erweiterung der Standard-Skeleton-Funktion.
Umsetzung in der Praxis
In konkreten Systemumgebungen wird dafür ein dedizierter Benutzer angelegt, der als Vorlage für neue Accounts dient.
Die Umsetzung erfolgt typischerweise wie folgt:
1. Vorlagenkonto einrichten
Ein separater Benutzer wird erstellt, der ausschließlich als Strukturvorlage für neue Benutzerkonten dient.
2. Ordnerstruktur definieren
In diesem Benutzerkonto wird die gewünschte Standardstruktur angelegt, zum Beispiel:
- Dokumente
- Projekte
- Kunden
- Persönlich
Die Struktur kann jederzeit angepasst werden (Ordner hinzufügen, entfernen oder umbenennen).
3. Übernahme durch neue Benutzer
Beim ersten Login eines neuen Benutzers gilt:
- Die Ordnerstruktur wird aus dem Vorlagenkonto übernommen
- Sie ersetzt die systemseitige Standardstruktur
- Die Spracheinstellungen der Instanz oder des Benutzers haben keinen Einfluss auf die Ordnernamen
Verhalten bei Änderungen
- Änderungen am Vorlagenbenutzer wirken sich nur auf neue Benutzer aus
- Bereits bestehende Benutzer bleiben unverändert
- Die Lösung betrifft ausschließlich die initiale Benutzeranlage
Wichtige Hinweise
Nicht löschen
Der Vorlagenbenutzer darf nicht gelöscht werden, solange er als Template genutzt wird.
Wird er entfernt, greift wieder die systemeigene Standard-Ordnerstruktur von Nextcloud.
Sprache der Ordner
Die Ordnernamen werden exakt aus der Vorlage übernommen und sind unabhängig von:
- Instanzsprache
- Benutzersprache
- Browser-Sprache
App-Verhalten
Einige Nextcloud-Apps, wie Nextcloud Talk, können zusätzlich eigene Ordner beim ersten Login erzeugen, die sprachabhängig sein können.
Diese werden vom Skeleton-Ordner nicht beeinflusst.
Ablauf für eine Standard-Ordnerstruktur:
- Die Struktur wird im Vorlagenbenutzer angelegt
- Neue Benutzer übernehmen diese Struktur automatisch beim ersten Login
- Alle neuen Accounts basieren auf dieser Vorlage